08.03.2013

Antrag zur Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns

Vom 14. bis 18. April 2013 findet in Nürnberg die Landessynode der Evang.-Luth. Kirche in Bayern statt. Die KGI möchte, dass die Landessynode und die Evang. Kirche in Bayern sich im Wahljahr öffentlich für einen gesetzlichen Mindestlohn einsetzt. Sie hat dazu einen Antrag eingebracht:

 

Die Landessynode möge beschließen:

Die ELKB setzt sich entschieden für einen existenzsichernden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 10 Euro/Stunde ein. Sie strebt dazu ein Bündnis mit ihrer Diakonie, anderen Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften und sozial verantwortlichen Unternehmen an und vertritt ihre Forderung öffentlich.

 

Begründung:
Die steigende Zahl von Menschen mit weniger als 2/3 des mittleren tariflichen Stundenlohns (SZ vom 10.9.2012: rund 6 Millionen in 2010) in Deutschland zeigt, dass die Löhne in vielen Bereichen nicht ausreichen, um die Existenz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu sichern.

 

Niedriglöhne ziehen für die betroffenen Menschen Armut, mangelnde Teilhabe und fehlende Zukunftsperspektive im Blick auf ihr Alter nach sich. Familien und Kinder leiden besonders unter Niedriglöhnen.

 

Wenn Menschen, die oft unter schwierigen Bedingungen Vollzeit arbeiten, damit nicht einmal ihren Lebensunterhalt sichern können, widerspricht das aber auch elementaren Gerechtigkeitsvorstellungen christlicher Sozialethik.

 

Kirchen, Diakonie, Sozialverbände, Gewerkschaften und auch viele sozial verantwortliche Unternehmerinnen und Unternehmer sind sich in der Forderung nach einem existenzsichernden gesetzlichen Mindestlohn weitgehend einig.

Das sollte sich gerade in einem Wahljahr auch in gemeinsamem öffentlichen Auftreten zeigen.

 

Gez. Thomas Engelhard, Jürgen Endres, Richard Gelenius, Bernhard Dausend, Dr. Siegfried Ecker, Otto Semmler, Thomas Krämer, Dr. Hans-Gerhard Koch